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Inter(n)view: Helen Marchenko

Erschienen am:
18.01.2024

Inter(n)view: Helen Marchenko People & ideas at Deutsche Börse

In unserer „Inter(n)view“-Serie geben unsere Praktikant*innen, Auszubildenden, Trainees und Studierenden einen Einblick in die Gruppe Deutsche Börse. Für diese Ausgabe haben wir Helen Marchenko interviewt. Sie hat ihren Weg unter schwierigen Umständen zu uns gefunden und unterstützt nun als Trainee unsere Abteilung Governance & Organizational Services. In unserer neusten Inter(n)view-Ausgabe berichtet sie über ihre Geschichte, und gibt Einblicke in ihr Traineeship, Herausforderungen, die sie gemeistert hat, und wo sie sich in fünf Jahren sieht.

Erzähle uns etwas über deine Reise, die dich zu uns geführt hat!

Ich habe mein Leben in der Ukraine geliebt. Ich hatte ein gemütliches Haus, meine Katzen, meinen Hund Johnny und einen tollen Job – alles war so, wie ich es wollte. In den letzten sieben Jahren arbeitete ich als Dolmetscherin für Englisch und Ukrainisch in verschiedenen internationalen Organisationen und hatte nicht vor mein Leben in Irpin, einer Stadt 13 km von Kiew entfernt, zu verlassen, um nach Deutschland zu kommen. Im Januar 2022 begann ich bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in der Ukraine in einem Projekt namens „EU4Business“ zu arbeiten. Dieses Projekt war eine Initiative der EU und Deutschlands zur Unterstützung kleinerer und mittlerer ukrainischer Unternehmen. 

Am 24. Februar 2022 hat sich mein Leben mit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine drastisch verändert. Glücklicherweise gelang es mir, meine Familie und unsere fünf Haustiere noch am selben Tag nach Kiew zu evakuieren. Wir verbrachten mehrere Tage im Westen der Ukraine, doch sobald uns klar wurde, dass wir nicht mehr in unsere Heimat zurückkehren konnten, begannen wir mit dem Gedanken zu spielen nach Deutschland zu ziehen. Dort hatten uns nämlich meine deutschen GIZ-Kolleg*innen bereits eine vorübergehende Unterkunft angeboten. In Deutschland angekommen begann ich direkt nach Arbeitsmöglichkeiten zu suchen, da ich leider nicht weiter für die GIZ arbeiten konnte. Dabei fand ich eine Organisation namens „socialbee“, die Ukrainer*innen die Möglichkeit bot, ihren Lebenslauf einzureichen, um nach möglichen freien Stellen zu suchen. Ich hatte bereits viel Arbeitserfahrungen in internationalen Unternehmen gesammelt und wollte aus diesem Grund in einem Büro arbeiten, das mir eine vertraute und stabile Umgebung bietet. socialbee hat mir dann ein einjähriges Ausbildungsprogramm im Projektmanagement angeboten, bestehend aus einer einmonatigen Online-Schulung und anschließender Arbeit in einem ihrer Partnerunternehmen. In meinem Fall war dieses Partnerunternehmen die Gruppe Deutsche Börse und ich bin bis heute sehr dankbar für diese einzigartige Gelegenheit!

Welche Abteilung unterstützt du bei der Gruppe Deutsche Börse und was sind deine Aufgaben?

Aktuell arbeite ich in der Abteilung Governance & Organizational Services. Einige meiner täglichen Aufgaben sind eher administrativ, darunter zum Beispiel das Onboarding von externen Expert*innen und die Unterstützung meiner Vorgesetzten bei verschiedenen täglichen Anfragen. Dann wiederrum habe ich auch Aufgaben, bei denen ich mich kreativ ausleben und meine eigenen Ideen verwirklichen kann. Da ich es liebe, zu netzwerken und auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen, freue ich mich besonders, wenn ich interessante Ideen zur Teambildung entwickeln kann. Ein Beispiel hierfür war meine Idee, die ich bei unserer Abteilungsweihnachtsfeier umgesetzt habe. Dabei haben wir mit dem gesamten Team Lebkuchenhäuser gebastelt und diese danach an eine Wohltätigkeitsorganisation in der Region gespendet. Die Organisation plante eine Nikolausfeier für ukrainische Kinder und unsere Lebkuchenhäuser waren dafür eine tolle und festliche Dekoration. 

Insgesamt habe ich großes Glück mit meinem Team. Meine Vorgesetzte wusste über meine Herkunft und den Grund, warum ich nach Deutschland gekommen bin, Bescheid und ist immer sehr verständnisvoll und unterstützend. Sie nimmt sich die Zeit, mir Details über Unternehmensabläufe zu erklären, die ich nicht verstehe, und ist auch an meinem Feedback interessiert. Ich fühle mich wohl und respektiert und ich schätze mich glücklich, ein so großartiges und fürsorgliches Team und eine so tolle Vorgesetzte zu haben.

Was waren deine bisherigen Highlights und Herausforderungen? Was hat dir geholfen, Herausforderungen zu meistern?

Als ich in Deutschland ankam, hatte ich Angst, dass meine mangelnden Deutschkenntnisse zu einem großen Hindernis für mich werden würden. Aus diesem Grund habe ich direkt angefangen Deutsch zu lernen. Als ich bei der Gruppe Deutsche Börse anfing, war ich jedoch angenehm überrascht, dass meine geringen Deutschkenntnisse überhaupt kein Problem darstellten. Außerdem hatte ich noch nie im Finanzsektor gearbeitet. Ich habe hauptsächlich für NGOs und verschiedene soziale Projekte gearbeitet. Dort habe ich also andere Erfahrungen gesammelt als die, die ich im Finanzsektor benötigen würde. Ich war besorgt, dass ich im Unternehmen keinen Platz für mich finden würde, doch meine Kolleg*innen und meine Vorgesetzte unterstützten mich jeden Tag und halfen mir, besser zu verstehen, wie das Geschäft funktioniert. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Herausforderungen, die mein Neuanfang in einem unbekannten Bereich, in einem fremden Land und in einem neuen Unternehmen mit sich brachten, dank meines Netzwerkens meistern konnte. Ich betrachte daher mein soziales Netzwerk als meinen größten Erfolg. Ich war positiv überrascht von der Unterstützung und dem Interesse meiner Kolleg*innen, auch aus anderen Abteilungen. Ich habe nicht nur Kolleg*innen getroffen, mit denen man sich gut unterhalten kann, sondern auch echte Freund*innen, mit denen ich auch nach der Arbeit gerne Zeit verbringe. Ein besonders schönes Highlight für mich war, dass ich ukrainische Kolleg*innen kennengelernt habe, die schon länger bei der Gruppe Deutsche Börse arbeiten. Gerade im Ausland ist es für mich sehr wertvoll, mit Menschen in meiner Muttersprache kommunizieren zu können.

Wo siehst du dich beruflich in fünf Jahren?

socialbee hat mir den Einstieg als Projektmanagerin ermöglicht, doch ich habe schnell gemerkt, dass das nicht genau das ist, was ich gerne weiter machen möchte. Meine Vorgesetzte berücksichtigt dies und versucht mir Aufgaben zu geben, bei denen ich das Team und sie gut unterstützen kann, die aber gleichzeitig auch interessant für mich sind.

Ich persönlich finde, dass die Gruppe Deutsche Börse ein toller Arbeitgeber ist, weil die richtigen Fähigkeiten und das, was die Menschen antreibt, im Mittelpunkt stehen und nicht die Nationalität, das Geschlecht oder bisherige Herausforderungen im Leben. Hierfür bin ich ein gutes Beispiel. Da ich gerne anderen Menschen helfe, engagiere ich mich in meiner Freizeit regelmäßig ehrenamtlich bei einer gemeinnützigen Praxis, die einmal wöchentlich medizinische Beratung und Behandlung für nicht versicherte Patient*innen anbietet. Dabei übersetze ich für ukrainische Patient*innen. Doch auch beruflich möchte ich Menschen unterstützen und kann mir daher gut vorstellen, in Zukunft eine Assistenzfunktion zu übernehmen – am liebsten natürlich bei der Gruppe Deutsche Börse.
 

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