Ziele & Ausblick

Prognosebericht

Aufbauend auf den Erfolgen von „Horizon 2026“ haben wir auf unserem Kapitalmarkttag im Dezember 2025 unsere Strategie „Leading the Transformation“ vorgestellt. Mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell sind wir hervorragend positioniert, um die nächste Wachstumsphase erfolgreich zu gestalten. Unser Ziel ist es, die Deutsche Börse Group als einen weltweit führenden, technologiebasierten Marktinfrastrukturanbieter zu etablieren, der die Zukunft des Investierens aktiv gestaltet. 

Der Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung unserer Gruppe im Geschäftsjahr 2026. Er enthält Aussagen und Informationen über Vorgänge, die in der Zukunft liegen, und beruht auf Erwartungen und Annahmen des Unternehmens zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsberichts. Diese unterliegen bekannten und unbekannten Chancen bzw. Risiken sowie Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen viele außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens liegen, beeinflussen den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des Konzerns. Sollten Chancen oder Risiken eintreten oder eine der Ungewissheiten Realität werden oder sollte sich erweisen, dass eine der zugrunde liegenden Annahmen unzutreffend war, kann die tatsächliche Entwicklung des Konzerns sowohl positiv als auch negative von den Erwartungen und Annahmen in den zukunftsgerichteten Aussagen und Informationen dieses Prognoseberichts abweichen.

Die Information zur Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr ist in unseren Zwischenberichten zu finden.

Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Makroökonomisches Umfeld

Die für das Jahr 2025 im Euroraum erwartete wirtschaftliche Erholung fiel verhalten aus. Zwar setzte sich der Rückgang der Inflation fort, doch die protektionistische Handelspolitik der US-Administration führte zu spürbaren Verwerfungen im globalen Handel. Gleichzeitig waren die internationalen Aktienmärkte von einer starken Euphorie rund um das Thema künstliche Intelligenz (KI) geprägt, die von den USA ausging und in diesem Sektor zu erheblichen Kapitalzuflüssen führte. Auf europäischer Ebene wurden mit der Vertiefung der Spar- und Investitionsunion entscheidende Weichen gestellt, um private und institutionelle Kapitalflüsse für zukünftiges Wachstum zu mobilisieren. Diese Entwicklung wurde flankiert von Ambitionen in Schlüsselökonomien wie Deutschland, eine stärker kapitalmarktorientierte Investitionspolitik zu betreiben, um die private Vorsorge zu stärken und den Standort zu fördern. Die Europäische Zentralbank setzte ihren Kurs der vorsichtigen Zinssenkungen fort, um die Konjunktur zu stützen, ohne die Erfolge bei der Inflationsbekämpfung zu gefährden.

Für das Jahr 2026 wird eine Fortsetzung des moderaten Wachstums im Euroraum prognostiziert. Vor diesem Hintergrund wird die zukünftige Ausgestaltung der globalen Handelsbeziehungen zu einem zentralen Faktor, der die Stimmung der Marktteilnehmer sowie die internationalen Kapitalflüsse maßgeblich beeinflusst. Die Mobilisierung von privatem Kapital im Rahmen der Spar- und Investitionsunion wird daher als entscheidender langfristiger Hebel betrachtet, um die für den fortschreitenden strukturellen Wandel, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, erforderlichen Investitionen zu sichern. Zudem könnten geopolitische Entwicklungen, u.a. die eskalierende Situation im Nahen Osten, neue Risiken für die Stabilität der globalen Energie- und Finanzmärkte sowie Handelsrouten darstellen, die sich auch auf die europäische Wirtschaft auswirken.

Prognosebericht – Entwicklung der Ertragslage

Wir steuern unser Geschäft weiterhin vorwiegend auf Basis der Kennzahl Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis, da diese die zyklischen Zinseffekte ausklammert und die operative Leistungsfähigkeit widerspiegelt. Für das Geschäftsjahr 2026 gehen wir, analog unserer Strategie und auf Basis organischer Wachstumschancen, von einem Anstieg der Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis auf rund 5,7 Mrd. € aus. Für das Treasury-Ergebnis, welches das Nettozinsergebnis sowie die Entgelte für hinterlegte Sicherheiten umfasst, erwarten wir einen Wert von rund 0,7 Mrd. €. Insgesamt rechnen wir daher mit Nettoerlösen von rund 6,4 Mrd. €. Bei den operativen Kosten planen wir 2026 mit einem Anstieg von rund 3 Prozent bedingt durch eine Kombination von gezielten Investitionen in unsere organischen Wachstumschancen und Maßnahmen zu weiteren Effizienzsteigerungen. Auf dieser Grundlage erwarten wir einen Anstieg im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ohne Treasury-Ergebnis auf rund 3,1 Mrd. €. Dies entspricht einem EBITDA inklusive des Treasury- Ergebnisses von rund 3,8 Mrd. €.

Prognose der Ertragslage für 2026

Basis 2025
Mio. €
Prognose 2026
Mrd. €

Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis

5.189

5,7

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)
ohne Treasury-Ergebnis

2.675

3,1

Prognosebericht – Entwicklung der Nachhaltigkeitsziele

Im Geschäftsjahr 2025 hat die Deutsche Börse Group ihre steuerungsrelevanten Ziele überabreitet, um die Transparenz zu erhöhen und sich an die gängige Marktpraxis anzupassen. In diesem Zusammenhang wurde das Ziel Diversity, Equity & Inclusion (DEI) sowie der Anteil an Frauen in Führung über alle Führungsebenen in dem neuen Equal Opportunities Index zusammengeführt. Zudem wurde entschieden, die Systemverfügbarkeit der kundenseitigen Handelssysteme nicht länger als steuerungsrelevante Kennzahl zu definieren. 

Für das Geschäftsjahr 2026 verfolgt die Deutsche Börse Group weiterhin die folgenden beiden Nachhaltigkeitsziele:
 

Nachhaltigkeitsziele

Basis 2025Ziele 2026

Employee Engagement Index

68%

>66%

Equal Opportunities Index

86%

>88%

Prognosebericht – Entwicklung der Finanzlage

Wir erwarten auch künftig einen deutlich positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, der unser primäres Finanzierungsinstrument ist. In Bezug auf die Veränderung der Liquidität rechnen wir mit drei wesentlichen Einflussfaktoren im Prognosezeitraum: Wir planen auf Gruppenebene mit einem Investitionsvolumen von rund 600 Mio. €, von dem rund 350 bis 400 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen aktiviert werden. Die Investitionen sollen hauptsächlich der Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen in unseren Wachstumsbereichen dienen. Außerdem haben wir ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 500 Mio. € im Februar 2026 gestartet. Im Mai 2026 werden wir der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende je Aktie in Höhe von 4,20 € zu zahlen. Dies würde einem Mittelabfluss von 765 Mio. € entsprechen. Der im Februar 2026 beschlossene Erwerb der verbleibenden 19,7 Prozent Minderheitsbeteiligung an der ISS STOXX GmbH führt im ersten Quartal 2026 zu einem Mittelabfluss und einer Verminderung des Eigenkapitals von 1,1 Mrd. €, der in Barmitteln erfolgen wird. Zusätzlich könnte das für 2027 erwartete Closing des Erwerbs von Allfunds Group plc bereits in einem unwahrscheinlichen Szenario im Geschäftsjahr 2026 abgeschlossen werden und zu einem Mittelabfluss führen. Die Transaktion soll zu 30 Prozent mit eigenen Aktien und mit 70 Prozent in Barmitteln abgewickelt werden. Der im Zusammenhang mit beiden Transaktionen entstehende zusätzliche Liquiditätsbedarf wird durch gezielt ausgewählte Finanzierungsinstrumente gedeckt. Darüber hinaus erwarten wir zum Zeitpunkt der Erstellung des zusammengefassten Lageberichts keine weiteren wesentlichen Einflussfaktoren auf die Liquidität der Gruppe. Aufgrund des positiven Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, ausreichender Kreditlinien (für Details siehe Erläuterung 26 des Konzernanhangs) sowie unserer flexiblen Steuerungs- und Planungssysteme gehen wir wie schon in den Vorjahren von einer soliden Liquiditätsausstattung im Prognosezeitraum aus.

Im Rahmen unserer Dividendenstrategie streben wir eine Dividendenausschüttungsquote von 30–40 Prozent des Periodenüberschusses an, der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen ist. Dabei ist künftig eine steigende Dividende pro Aktie geplant. Darüber hinaus können verfügbare liquide Mittel wie bisher in die anorganische Weiterentwicklung der Gruppe investiert werden. Insofern überschüssige Liquidität vorhanden ist, beabsichtigt das Unternehmen die Dividende durch Aktienrückkäufe zu ergänzen.

Um die starken Kreditratings auf Gruppenebene zu erhalten, streben wir ein Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA von höchstens 2,25 sowie der Free Funds from Operations zu den Nettoschulden von mindestens 40 Prozent an. Aufgrund des positiven Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit rechnen wir damit, diese Anforderung auch im Jahr 2026 wieder zu erfüllen.

Prognosebericht – Gesamtaussage des Vorstands

Der Vorstand sieht die Deutsche Börse Group dank ihres diversifizierten Geschäftsmodells und ihrer fortschrittlichen Technologie- und Datenkompetenz hervorragend für die Zukunft positioniert und rechnet daher mit einer weiterhin positiven Entwicklung der Ertragslage. Die in unserer neuen Strategie „Leading the Transformation“ verankerten Maßnahmen untermauern dieses Wachstum. Die Gruppe wird sich weiterhin darauf konzentrieren, technologiegetrieben und kundenzentriert zu agieren, um ihre Position als einer der weltweit führenden Marktinfrastrukturanbieter weiter auszubauen.

Basierend auf den organischen Wachstumschancen unserer Segmente plant der Vorstand für den Prognosezeitraum unverändert einen Anstieg der Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis auf rund 5,7 Mrd. €. Zusammen mit effizientem und fokussierten Kostenmanagement erwarten wir damit ein Anstieg des EBITDA ohne Treasury-Ergebnis auf rund 3,1 Mrd. €. Zusätzlich rechnen wir mit einem leicht rückläufigen Treasury-Ergebnis von rund 0,7 Mrd. €.

Auf dieser Grundlage geht der Vorstand insgesamt von einem weiterhin starken Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus, welcher eine sehr solide Liquiditätsausstattung sichert. Diese Gesamtaussage des Vorstands gilt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses zusammengefassten Lageberichts.