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Rahmenbedingungen

Prognosebericht – Entwicklung der Rahmenbedingungen

Makroökonomisches Umfeld

Nachdem sich das Wachstum der Weltwirtschaft bereits im Jahreslauf 2018 verlangsamte, die Inflation anstieg und die Geldmarktpolitik, insbesondere in den USA, restriktiver wurde, rechnet die Gruppe Deutsche Börse für den Prognosezeitraum mit einer weiteren Abschwächung des globalen Wachstums. Gründe hierfür sind u. a. der anhaltende Handelskonflikt, maßgeblich zwischen China und den USA, der Druck auf die Schwellenländer aufgrund der strafferen US-Zinspolitik und des gestiegenen US-Dollar, sowie die politische Lage in Europa, insbesondere der anstehende Austritt des Vereinigten Königsreichs aus der Europäischen Union. Vor diesem Hintergrund ist mit einer steigenden Unsicherheit unter den Markteilnehmern und ggf. zeitweise höherer Volatilität an den Märkten zu rechnen. Stabilisierend auf die Märkte und positiv auf das Wirtschaftswachstum würde sich eine Beilegung des Handelsstreits, eine Stabilisierung der politischen Lage in Europa und eine klare Richtung der Geldmarktpolitik der Zentralbanken auswirken. Für die Zinsentwicklung erwartet der Konzern in Europa keine grundsätzliche Abkehr von der derzeitigen Niedrigzinspolitik. Das Anleihenkaufprogramm der EZB lief zwar zum Jahresende 2018 aus, die EZB stellte aber in Aussicht, dass der Einlagezins mindestens bis zum Sommer 2019 weiterhin bei –0,4 Prozent bleiben wird. In den USA hat die Notenbank ihre Politik der graduellen Zinserhöhungen im Jahr 2018 fortgesetzt und für 2019 weitere Zinsschritte angedeutet, falls die Wirtschaft weiter wächst und die Inflation zunimmt.

Bei der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2019 geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer im Januar 2019 veröffentlichten Prognose von einem Anstieg von rund 1,6 Prozent für die Eurozone und 1,3 Prozent für Deutschland aus, was einen deutlichen Rückgang der Erwartungen gegenüber Oktober 2018 darstellt. Für die USA liegen die Erwartungen über denen für die Eurozone; es wird hier mit einem Wachstum der Wirtschaft von rund 2,5 Prozent gerechnet. Das mit Abstand größte Wirtschaftswachstum 2019 – rund 6,3 Prozent – wird weiterhin in Erwartung der hohen Binnennachfrage für die asiatischen Länder, insbesondere Indien und China, prognostiziert. Als Folge der sehr unterschiedlichen Schätzungen für die verschiedenen Wirtschaftsräume wird für das Jahr 2019 ein weltweites Wirtschaftswachstum von rund 3,5 Prozent angenommen.

Regulatorisches Umfeld

Um den Finanzsektor zu stabilisieren und künftig systemische Krisen zu verhindern, streben Regierungen und Zentralbanken seit 2008 eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte an. Das Spektrum der geplanten und zum Teil bereits umgesetzten Maßnahmen reicht von der Überarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Bankgeschäfte und Eigenkapitalanforderungen über Regeln zum Clearing von außerbörslichen („over the counter“, OTC) Derivategeschäften bis hin zur Verbesserung der Finanzmarktaufsicht (für Details siehe den Abschnitt „Regulatorisches Umfeld“ im Wirtschaftsbericht). Für die Gruppe Deutsche Börse haben die verschiedenen Regulierungsvorhaben sowohl positive als auch negative Auswirkungen. In Summe sieht die Gruppe das sich verändernde regulatorische Umfeld jedoch als Chance, ihr Geschäft weiter auszubauen (siehe den Chancenbericht).