Jane Evelyn Atwood dokumentierte über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren einfühlsam die Lebensrealitäten inhaftierter Frauen in Europa und den USA und setzte sich gleichzeitig für eine Verbesserung der schwierigen Haftbedingungen vor Ort ein. Rene Matić verbindet in einer installativen Präsentation alltägliche Beobachtungen mit intimen Einblicken in die eigene Community und stellt aus einer queeren, nichtweißen Perspektive Fragen nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Subkultur und Klasse. Die im britischen Exil lebende iranische Künstlerin Amak Mahmoodian setzt sich mit den Träumen anderer, im Exil lebender Menschen auseinander und verbindet Fotografie, Zeichnung und Poesie zu vielschichtigen Erzählungen über Verlust, Hoffnung und Identität. Weronika Gęsicka wiederum nutzt Stockfotografie und KI-generierte Bilder, um historische Falschinformationen sichtbar zu machen und die Verlässlichkeit von Wissens- und Informationssystemen zu hinterfragen. Die vier Projekte eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche Themen wie Migration, Geschlechterungleichheit, Identität und den Anspruch auf Wahrheit. Die Ausstellung zeigt die ganze Vielfalt fotografischer Ausdrucksformen, deren sich die präsentierten Künstler*innen bedienen. Sie reicht von klassischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, kollaborativen Projekten und installativen Collagen bis hin zu KI-basierten Werken. Die Ausstellung wurde von Julia Bunnemann von der Photographers’ Gallery kuratiert.