Stabile Umsatzerlöse in Q1/2012 trotz schwachem Kapitalmarktumfeld
Erschienen am: 26.04.2012
Stabile Umsatzerlöse von 552 Mio. € durch vollständigen Erwerb der Eurex Operative Kosten von 249 Mio. € reflektieren 23 Mio. € Sondereffekte sowie höhere Investitionen in Wachstumsinitiativen Bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,01 €
Die Deutsche Börse AG hat am Donnerstag ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal 2012 vorgelegt. Trotz schwächerer Aktivität an den Finanzmärkten konnte der Konzern seine Umsatzerlöse mit 552,4 Mio. € nahezu stabil halten. Dies gelang vor allem durch die vollständige Übernahme der Eurex von der Schweizer Börse SIX Group. Die operativen Kosten des Konzerns stiegen auf 248,6 Mio. € und beinhalten Sondereffekte in Höhe von 22,9 Mio. €, wie den Kosten für den untersagten Zusammenschluss mit NYSE Euronext. Zudem lagen Investitionen in Wachstumsinitiativen planmäßig höher. Damit bewegen sich die operativen Kosten im Rahmen der Prognose für das Gesamtjahr. Das Ergebnis je Aktie, bereinigt um Sondereffekte bei den Kosten und einem Finanzaufwand aus der Bewertung der Aktienkomponente der Vereinbarung mit der SIX Group, lag im ersten Quartal 2012 bei 1,01 €.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG schlagen der am 16. Mai 2012 stattfindenden Hauptversammlung der Gesellschaft vor, die reguläre Dividende für das Geschäftsjahr 2011 um 10 Prozent auf 2,30 € je Aktie zu erhöhen und zusätzlich eine Sonderausschüttung in Höhe von 1,00 € je Aktie zu leisten. Beide Ausschüttungen sind für den 17. Mai 2012 geplant.
Gregor Pottmeyer, Personal- und Finanzvorstand der Deutsche Börse AG sagte: „Auf Basis der in 2011 vereinbarten Transaktion mit der SIX Group haben wir im ersten Quartal 2012 erstmals 100 Prozent der Eurex Umsatzerlöse in unserem Konzernabschluss verbucht. Damit ergibt sich trotz eines schwächeren Marktumfeldes eine stabile Entwicklung der Umsatzerlöse.“
Ergebnis Q1/2012
Im ersten Quartal 2012 lagen die Umsatzerlöse der Gruppe Deutsche Börse bei 552,4 Mio. €. Gegenüber dem ersten Quartal 2011 (Q1/2011: 558,6 Mio. €) entspricht dies einem Rückgang von 1 Prozent. Im ersten Quartal 2012 wurden erstmals 100 Prozent der Eurex Umsatzerlöse im Konzernabschluss der Gruppe Deutsche Börse verbucht. Bereinigt um diesen Effekt gingen die Umsatzerlöse aufgrund der geringeren Aktivität an den Finanzmärkten um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Zusätzlich zu den Umsatzerlösen flossen der Gruppe Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft in Höhe von 18,5 Mio. € zu, 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal aufgrund von höheren Kundenbareinlagen (Q1/2011: 16,1 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im ersten Quartal 2012 bei 2,8 Mio. € gegenüber 8,3 Mio. € im Vorjahresquartal. Der Rückgang ist bedingt durch den Wegfall der Kostenerstattung der SIX Group für den Betrieb der Eurex durch die Gruppe Deutsche Börse. Die volumenabhängigen Kosten lagen im Berichtszeitraum bei 66,8 Mio. € (Q1/2011: 56,7 Mio. €). Der Anstieg der volumenabhängigen Kosten ist maßgeblich methodenbedingt durch ergebnisneutrale Änderungen bei Preismodellen im Kassa- und US-Optionsmarkt im Jahresverlauf 2011. In Summe ergeben sich damit Nettoerlöse (Gesamterlöse abzüglich volumenabhängiger Kosten) von 506,9 Mio. €, was einem Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht (Q1/2011: 526,3 Mio. €).
Die operativen Kosten lagen mit 248,6 Mio. € um 17 Prozent über dem Vorjahr (Q1/2011: 211,8 Mio. €) und enthalten Kosten in Höhe von 16,6 Mio. € im Zusammenhang mit dem untersagten Zusammenschluss mit der NYSE Euronext (Q1/2011: 10,2 Mio. €) sowie Kosten für Effizienzprogramme in Höhe von 6,3 Mio. € (Q1/2011: 3,4 Mio. €). Zudem lagen die Investitionen in Wachstumsinitiativen rund 15 Mio. € über dem Vorjahresquartal. Neben der erhöhten Projektaktivität trug dazu der relativ geringe Anteil der aktivierbaren Kosten im ersten Quartal 2012 bei. Mit Projektfortschritt erwartet das Unternehmen im Jahresverlauf einen Anstieg der aktivierbaren Kosten. Bereinigt um Sondereffekte bewegen sich die operativen Kosten im Rahmen der Prognose für das Gesamtjahr 2012.
Das Beteiligungsergebnis lag mit 1,7 Mio. € unter dem Vorjahr (4,6 Mio. €). Es wird im Wesentlichen durch die Scoach Holding S.A., Direct Edge Holdings LLC und European Energy Exchange AG erzielt. In Summe konnte die Gruppe Deutsche Börse damit ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 260,0 Mio. € erzielen (Q1/2011: 319,1 Mio. €). Bereinigt um Sondereffekte lag das EBIT im ersten Quartal 2012 bei 282,9 Mio. € (Q1/2011: 332,5 Mio. €).
Das Finanzergebnis belief sich im ersten Quartal 2012 auf −47,2 Mio. € (Q1/2011: −20,8 Mio. €). Dies spiegelt vor allem Zinszahlungen für ausstehende Anleihen und einen nicht zahlungswirksamen und steuerneutralen Aufwand in Höhe von 27,4 Mio. € wider, der auf die per 1. Februar 2012 durchgeführte endgültige Bewertung der Aktienkomponente der Vereinbarung mit der SIX Group über die vollständige Übernahme von Eurex zurückzuführen ist. In Kombination mit dem Ertrag in Höhe von 77,4 Mio. € in 2011, ergibt sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung über 2011 und Q1/2012 ein nicht zahlungswirksamer und steuerneutraler Ertrag von 50,0 Mio. € aus der Transaktion.
Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss, über den Gewinne und Verluste von Tochterunternehmen mit Minderheitsaktionären geteilt werden, lag im Quartal bei 4,1 Mio. € (Q1/2011: 6,6 Mio. €). Der Konzern-Periodenüberschuss für das erste Quartal 2012 belief sich auf 146,2 Mio. € gegenüber 214,1 Mio. € im ersten Quartal 2011. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie lag auf Basis des gewichteten Durchschnitts von 188,7 Mio. ausstehenden Aktien bei 0,77 € (Q1/2011: 1,15 € bei 186,0 Mio. ausstehenden Aktien). Bereinigt um Sondereffekte lag der Konzern-Periodenüberschuss bei 190,5 Mio. € (Q1/2011: 224,0 Mio. €) und das Ergebnis je Aktie im ersten Quartal 2012 bei 1,01 € (Q1/2011: 1,20 €).