Jim Goldberg (geboren 1953 in den USA) wurde für seine Ausstellung „Open See“ in der Photographer’s Gallery in London (16. Oktober 2009 – 31. Januar 2010) ausgezeichnet. Initiiert durch eine Magnum-Kommission, dokumentiert „Open See“ die Erfahrungen von Flüchtlingen und Immigranten die aus kriegsgebeutelten, sozial und ökonomisch zerstörten Ländern kommen, auf der Suche nach einem besseren Leben in Europa. Goldberg vermischt Polaroids, Videos, Text sowie groß- und mittelformatige Fotografien (aufgenommen in Ländern wie dem Irak, Bangladesch, China, dem Balkan oder dem Kongo) und nutzt so seine vielfältige und experimentelle Herangehensweise für fotografisches Geschichtenerzählen, um über Themen der Migration und Umstände zu reflektieren, die eine Flucht nötig machen.
Die international besetzte und jährlich wechselnde Jury hat unter dem Vorsitz von Brett Rogers, Direktorin der Photographers’ Gallery den diesjährigen Preisträger aus den vier Finalisten ermittelt. Die Mitglieder der diesjährigen Jury waren: Alex Farquharson (Direktor, Nottingham Contemporary, Großbritannien), Marloes Krijnen (Gründungsdirektorin, Foam_Fotografiemuseum Amsterdam, Niederlande), Joel Sternfeld (Künstler, USA) und Anne-Marie Beckmann (Kuratorin, Art Collection Deutsche Börse, Deutschland).
Die weiteren Finalisten für den diesjährigen Preis Thomas Demand (1964, Deutschland), Roe Ethridge (1969, USA) und Elad Lassry (1977, Israel) wurden mit jeweils GBP 3.000 ausgezeichnet.
„Jeder der Nominierten hätte aufgrund der Breite der Auszeichnungskriterien in diesem Jahr der Gewinner sein können. Gleichwohl hat die Jury den Deutsche Börse Photography Prize in diesem Jahr an Jim Goldberg für „Open See“ vergeben in Anerkennung seiner zeitgemäßen und gleichzeitig schöpferischen Annäherung an dokumentarische Praxis. Zentrales Element seiner Arbeiten ist die Co-Autorenschaft, eine Form der kreativen Zusammenarbeit, die es den betroffenen Menschen ermöglicht, ihre Geschichten selbst zu erzählen.“, sagte Brett Rogers, Direktorin der Photographers’ Gallery, anlässlich der Preisverleihung.
„Im Rahmen des Deutsche Börse Photography Prize ist es abermals gelungen, wichtige und interessante Positionen der europäischen Fotografieszene vorzustellen. Wir freuen uns ganz besonders, dass diese bedeutende Auszeichnung für zeitgenössische Fotografie in Europa in diesem Jahr an Jim Goldberg verliehen wurde und gratulieren herzlich. Unser Dank gilt allen Beteiligten – der Photographers’ Gallery, der Academy, der Jury und den Künstlern für ihr Engagement und ihren Beitrag.“, so Julia Taeschner, die bei der Deutschen Börse für Corporate Responsibility verantwortlich ist.