Film, digitale Medien, Fotografie, Skulptur und Performance: die chinesische Künstlerin Cao Fei (*1978, Guangzhou, China) hat anhand unterschiedlicher Medien und Ausdrucksformen in den letzten zwei Jahrzehnten ein umfangreiches Werk geschaffen. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Frage, wie die rasante Digitalisierung und der allgemeine technologische Fortschritt unser Selbstverständnis und die Art und Weise, wie wir die Realität verstehen und uns in ihr bewegen, radikal verändert haben. In o. g. Ausstellung, bei der es sich um die erste große Einzelausstellung von Cao Fei in Großbritannien handelte, hat die Künstlerin neue und ältere Werke in einer speziell auf den Ausstellungsort zugeschnittenen Installation neu zusammengestellt. Unter den gezeigten Werken waren das neue VR-Stück The Eternal Wave, der Science-Fiction-Film Nova (in Spielfilmlänge) sowie frühere Projekte wie Whose Utopia, Asia One und La Town. Viele Projekte der Künstlerin beschäftigen sich mit den Auswirkungen von Automatisierung, virtuellen Realitäten und der Hyperurbanisierung auf die menschliche Existenz sowie mit Fragen der Erinnerung, der Geschichte, des Konsumverhaltens und gesellschaftlicher Strukturen – insbesondere in ihrer Heimat China. Ihre Arbeiten schaffen komplexe, surreale und fiktionale Szenarien, die oft ebenso düster-humorvoll wie dystopisch daherkommen. Sie hinterfragen moderne Überwachungs-, Produktions- und Arbeitssysteme, die unsere Beziehung zu intelligenten Maschinen widerspiegeln, und kommentieren ihre isolierende Wirkung auf alle Bereiche des individuellen Lebens kritisch. Die filmischen Arbeiten spielen oft an labyrinthartigen, industriellen oder städtischen Schauplätzen, in denen der menschliche Körper, die Identität und die Emotionen fremd oder überflüssig und die bevorstehende Zukunft voll apokalyptischer Ungewissheit erscheinen. In diesen dunklen und verqueren Szenerien gibt es jedoch auch immer wieder Momente der Subversion, in denen die Protagonisten es schaffen, Technologien zur Gestaltung einer alternativen, kollektiven Zukunft zu nutzen.