Kerstin Weiser überzeugte die Jury mit ihrer Serie „Von Sandburg zu Sandburg“, in der sie den Spielplatz als gestalteten Erfahrungsraum untersucht und sich mit dessen spezifischer Architektur auseinandersetzt. Dabei richtet sie ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf die skulptural erscheinenden Spielgeräte in intensiven Primärfarben und ausgefallenen Formen. In ihrer künstlerischen Auseinandersetzung, die sie in Deutschland begann und in Japan fortführte, sind diese Ausgangspunkt einer durchdachten Inszenierung. Weiser lässt Personen in farblich abgestimmter Kleidung auf die Geräte klettern und fotografiert sie so, dass ihre Körper als Fortsetzungen der organisch gestalteten Objekte erscheinen. Die Spielgeräte erscheinen so nicht länger als Gebrauchsobjekte, sondern als surreale, autonome Formen. Der Einsatz eines harten Blitzlichts verleiht den aufgenommenen Strukturen darüber hinaus eine nahezu abstrakte und grafische, zweidimensionale Anmutung. Mit einer ebenso eigenständigen wie kraftvollen Bildsprache gelingt es Kerstin Weiser in „Von Sandburg zu Sandburg“, unsere Sehgewohnheiten durch ungewöhnliche Perspektive herauszufordern. Durch den gezielten Einsatz ihrer Kamera schafft sie eine Inszenierung, die den Spielplatz zugleich als realen Ort und abstrakten Bildraum erfahrbar macht.