Deutsche Börse AG mit weiterem Gewinnwachstum in Q3/2016

Erschienen am: 27.10.2016

- Anstieg der Nettoerlöse trotz schwächerem Marktumfeld
- Rückgang der bereinigten Kosten aufgrund struktureller Effizienzmaßnahmen
- Bereinigtes EBIT steigt um 8 Prozent auf 286 Mio. €
- In Q1–3 stiegen die Nettoerlöse um 6 Prozent und das bereinigte EBIT um 12 Prozent
- Gewinnprognose für 2016 bestätigt
- Veräußerung von rund einem Drittel der Anteile an BATS Global Markets, Inc. für rund 86 Mio. US$

Die Deutsche Börse AG hat am Donnerstag ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2016 veröffentlicht. Die Nettoerlöse der Gruppe stiegen trotz des schwächeren Marktumfeldes um 1 Prozent auf 558,5 Mio. € (Q3/2015: 555,0 Mio. €). Aufgrund von strukturellen Effizienzmaßnahmen gingen die bereinigten operativen Kosten in der Berichtsperiode um 5 Prozent zurück und lagen bei 275,7 Mio. € (Q3/2015: 290,6 Mio. €). Der bereinigte Konzern-Periodenüberschuss erhöhte sich damit um 6 Prozent auf 190,7 Mio. € (Q3/2015: 179,2 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, bereinigt um Sondereffekte, stieg auf 1,02 € (Q3/2015: 0,97 €).

In den ersten neun Monaten 2016 stiegen die Nettoerlöse um 6 Prozent auf 1.769,7 Mio. € (Q1–3/2015: 1.666,8 Mio. €). Neben Konsolidierungseffekten ist dies zurückzuführen auf die positiven Entwicklungen bei Indexderivaten und im Commodities-Geschäft des Segments Eurex, im internationalen Geschäft des Segments Clearstream sowie im Indexbereich des Segments Market Data + Services. Die bereinigten operativen Kosten lagen in den ersten neun Monaten mit 831,3 Mio. € trotz Konsolidierungseffekten nur leicht über denen des Vorjahres (Q1–3/2015: 824,5 Mio. €). In Folge stieg der bereinigte Konzern-Periodenüberschuss um 11 Prozent auf 630,5 Mio. € (Q1–3/2015: 565,6 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, bereinigt um Sondereffekte, stieg auf 3,37 € (Q1–3/2015: 3,07 €).

Gregor Pottmeyer, Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, kommentierte das Ergebnis wie folgt: „Im dritten Quartal konnten wir das schwächere Marktumfeld durch Wachstumsbereiche wie Commodities und das internationale Geschäft von Clearstream kompensieren und in Summe die Nettoerlöse steigern. Daneben haben zu dem soliden Gewinnwachstum insbesondere die fortlaufend umgesetzten strukturellen Effizienzmaßnahmen beigetragen.

Basierend auf der Entwicklung in den ersten neun Monaten bestätigen wir unsere Gewinnprognose für 2016.“

Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie „Accelerate“ hat die Gruppe Deutsche Börse ihr Beteiligungsportfolio weiter optimiert: Am 26. Oktober hat sie rund ein Drittel ihrer Anteile an der BATS Global Markets, Inc. (BATS) für insgesamt rund 86 Mio. US$ veräußert. Für das vierte Quartal 2016 erwartet das Unternehmen damit einen positiven Effekt auf das Ergebnis nach Steuern von rund 23 Mio. €. Die BATS-Anteile gingen zurück auf eine Beteiligung der veräußerten International Securities Exchange Holdings, Inc. (ISE) an der Direct Edge Holdings, LLC, die später mit BATS fusionierte.

Ergebnis Q3/2016
Die Nettoerlöse der Gruppe Deutsche Börse stiegen gegenüber denen des Vorjahresquartals leicht um 1 Prozent auf 558,5 Mio. € (Q3/2015: 555,0 Mio. €). Das schwächere Umfeld an den europäischen Kassamärkten wurde dabei durch das Commodities-Geschäft im Segment Eurex und das internationale Geschäft im Segment Clearstream teilweise kompensiert. Zudem haben Konsolidierungseffekte, wie die seit dem vierten Quartal 2015 zum Konzern gehörende Devisenplattform 360T®, zu einem Anstieg der Nettoerlöse geführt. Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft sind deutlich auf 22,3 Mio. € gestiegen (Q3/2015: 13,9 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das wieder gestiegene Zinsniveau in den USA und die Weiterberechnung der negativen Einlagenzinsen zuzüglich eines Aufschlags zurückzuführen.

Während des zweiten Quartals 2016 wurde die International Securities Exchange Holdings, Inc. (ISE) veräußert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde daher auf Basis der fortlaufenden Geschäftstätigkeit aufgestellt, d. h. die Vorjahreswerte werden ohne den Beitrag der ISE gezeigt.

Die operativen Kosten lagen in der Berichtsperiode mit 303,7 Mio. € unter denen des Vorjahresquartals (Q3/2015: 319,9 Mio. €). Der Rückgang ist u. a. auf strukturelle Effizienzmaßnahmen zurückzuführen, die seit 2015 umgesetzt werden. Die Sondereffekte lagen in der Berichtsperiode bei 28,0 Mio. € und damit ungefähr auf Vorjahresniveau (Q3/2015: 29,3 Mio. €). In der Berichtsperiode enthielten die Sondereffekte maßgeblich Kosten im Kontext mit dem geplanten Zusammenschluss mit der London Stock Exchange Group und Kosten für die Integration bzw. Veräußerung von Tochterunternehmen. Bereinigt um diese Einmaleffekte gingen die Kosten trotz Konsolidierungseffekten um 5 Prozent auf 275,7 Mio. € zurück (Q3/2015: 290,6 Mio. €).

Das Beteiligungsergebnis belief sich im dritten Quartal auf 3,2 Mio. € (Q3/2015: 0,1 Mio. €). Bereinigt um einen Sondereffekt lag das Beteiligungsergebnis im Vorjahr bei 1,5 Mio. €.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Gruppe Deutsche Börse lag in der Berichtsperiode bei 258,0 Mio. € (Q3/2015: 235,2 Mio. €). Ohne die beschriebenen Sondereffekte erzielte die Gruppe ein EBIT von 286,0 Mio. €, was einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem des Vorjahres entspricht (Q3/2015: 265,9 Mio. €).

Das Finanzergebnis der Gruppe belief sich auf –17,4 Mio. € (Q3/2015: –14,3 Mio. €). Die bereinigte effektive Gruppensteuerquote für das dritte Quartal 2016 lag mit 27 Prozent im Rahmen der Erwartung (Q3/2015: 26 Prozent). Damit belief sich der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss auf 170,0 Mio. € (Q3/2015: 155,8 Mio. €). Ohne die beschriebenen Sondereffekte lag er bei 190,7 Mio. € (Q3/2015: 179,2 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich auf Basis des gewichteten Durchschnitts von 186,8 Mio. Aktien auf 0,91 € (Q3/2015: 0,84 €). Bereinigt um Sondereffekte lag das unverwässerte Ergebnis je Aktie bei 1,02 € (Q3/2015: 0,97 €).