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Jens Hachmeister: „Wir beginnen heute damit, die Infrastruktur aufzubauen, die für die Finanzbranche von morgen benötigt wird“

12. Mär 2019

Jens Hachmeister: „Wir beginnen heute damit, die Infrastruktur aufzubauen, die für die Finanzbranche von morgen benötigt wird“

Wir sprachen mit Jens Hachmeister und Eric Leupold (New Market Structures Area) zu der gerade angekündigten Partnerschaft zwischen Deutscher Börse, Swisscom and Sygnum zum Aufbau eines umfassenden Ökosystems für Digital Assets.

Die Deutsche Börse hat gerade eine neue strategische Partnerschaft im Bereich Digital Assets angekündigt. Was ist das Ziel dieser Zusammenarbeit? 

Hachmeister: Wir freuen uns sehr über diese neue strategische Partnerschaft, die einen großen Schritt in die Richtung einer neuen Generation von Finanzmarktinfrastruktur bedeutet. Kurz gesagt: Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist der gemeinsame Aufbau und die Weiterentwicklung eines vertrauenswürdigen Ökosystems für Digital Assets unter Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Warum haben Sie sich für Swisscom und Sygnum als Partner entschieden?

Eric Leupold und Jens Hachmeister (v.l.n.r.)

Leupold: Swisscom ist das führende Informations- und Kommunikationstechnologieunternehmen der Schweiz. Sie haben ihre Rolle als Pioniere in der Welt der Digital Assets als einer der Vorreiter im Bereich neue Technologien unter Beweis gestellt. Sygnum ist ein Finanztechnologieunternehmen mit Sitz in der Schweiz und in Singapur, das sich im regulatorischen Prozess befindet um eine Schweizer Banken- und Wertpapierhandelslizenz zu erlangen. Als Fintech- Start-up kann man sie als „Speed Boat” für Innovationen bezeichnen, sie bringen tiefes Wissen im Bereich Digital Assets sowie agile Innovationskraft rund um die Distributed Ledger-Technologie (DLT) und Digital Assets mit. 

Hachmeister: Und, nicht zu vergessen, sind wir als einer der weltweit führenden Marktinfrastrukturanbieter mit einem hohen Grad an Regulierung Experten darin, transparente und höchst sichere Kapitalmärkte aufzubauen, zu beladen und zu betreiben. Mit unserem strategischen Fokus auf Wachstum in den neuen Technologien als Teil unserer Roadmap 2020 ist es ein natürlicher Schritt, dass wir uns diese Entwicklungen rund um Distributed Ledger-Technologie erschließen. Ich glaube, dass wir in einer erstklassigen Position sind, um die nächste Evolutionsstufe von Finanzmarktinfrastruktur aufzubauen.

Können Sie uns mehr zum Hintergrund erzählen? Was ist der Treiber hinter dem Aufbau dieser neuen Finanzmarktinfrastruktur? 

Hachmeister: Die Tokenisierung von Assets, als nächste Ebene der Digitalisierung von Assets, ist bereits dabei die aktuelle Wirtschaftslandschaft zu transformieren. Unsere heutigen Finanzinstrumente werden die Digital Assets von morgen sein. Darüber hinaus werden wir in Zukunft verschiedenste Assets tokenisieren können, z. B. Industriegüter, Immobilien oder vielleicht sogar Arbeitskraft. Die Vielfalt der Assets wird zunehmen. Der technologische Fortschritt der Distributed Ledger-Technologie entwickelt sich mit einer rasanten Geschwindigkeit, die entsprechende Infrastruktur hinkt hinterher. Für das entstehende Digital Asset Umfeld sehen wir eine große Nachfrage nach einem vertrauenswürdigen, umfassenden und hochsicheren Ökosystem, das die Einhaltung regulatorischer Vorschriften sicherstellt. Das ist genau das, was wir jetzt angehen. 

Was wird das neue Ökosystem beinhalten?

Leupold: Das Ökosystem besteht aus verschiedenen Bausteinen, die sich im Prinzip nicht so sehr von dem unterscheiden, was wir als traditionelle Infrastruktur anbieten können. Die zentralen Elemente beinhalten die Emission, den Zugang zu Liquidität, Bankdienstleistungen und Verwahrung von Digital Assets – und nutzen dazu die Distributed Ledger-Technologie in einer Umgebung, die regulatorischen Anforderungen entspricht. Des Weiteren entwickeln die Deutsche Börse und Sygnum derzeit ein Konzept für den Aufbau eines Marktplatzes für das Listing und den Handel von Digital Assets. 

Die Partnerschaft beinhaltet auch Investments in die zwei Unternehmen Custodigit und daura. Können Sie uns mehr über diese Unternehmen und ihren Beitrag zum Ökosystem erzählen?  

Hachmeister: Custodigit hat tiefe Expertist im Bereich der Verwahrung sowie des Schlüsselmanagements von Digital Assets. Das Unternehmen wurde 2018 als Joint Venture von Swisscom und Sygnum gegründet. Die Deutsche Börse wird einer der Hauptaktionäre von Custodigit. Im Ökosystem wird die Custodigit AG eine technische Lösung für die Verwahrung von Digital Assets anbieten. Das zweite Unternehmen, die daura AG, wird die technische Lösung zur Emission betreiben. Die von dem Unternehmen entwickelte Plattform verwendet die Distributed Ledger-Technologie zur Emission, sicheren Übertragung und Registrierung von Aktien kleiner und mittlerer Schweizer Unternehmen (KMU). Dies ermöglicht nicht börsennotierten Unternehmen einen Zugang zum Kapitalmarkt. Als Investor wird die Deutsche Börse sich natürlich aktiv an der künftigen Entwicklung der beiden Unternehmen beteiligen.

Was sind die nächsten Schritte?

Hachmeister: Die Basis ist geschaffen, dieses neue Ökosystem ist ein erster Nukleus für die Neudefinition von Finanzmärkten und wir freuen uns sehr, dabei zu sein. In diesem Zusammenhang sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass der Aufbau, das Beladen und Betreiben von Marktinfrastruktur in unserer Branche auf bestehender, wie auch auf neuer Technologie, kein Sprint, sondern eher ein Marathon ist. Die Deutsche Börse, Swisscom und Sygnum beginnen heute damit, die Infrastruktur aufzubauen, die für die Finanzbranche von morgen benötigt wird. Die Transaktion unterliegt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Dennoch werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2019 die ersten Produkte und Dienstleistungen, die das neue Ökosystem bereitstellen wird, eingeführt.

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