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Die Piloten der Derivatemärkte

08. Nov 2019

Die Piloten der Derivatemärkte

Sie haben den Finger auf dem Handelssystem – und einen unschlagbaren Teamgeist: die Abteilung Trading Operations, die man als funktionales Herz der Eurex bezeichnen könnte.
 
Ready for takeoff? Nein, nicht der Flieger, sondern die Derivatemärkte der Eurex. „Genau wie Flugzeuge ohne Pilotinnen und Piloten nicht fliegen können, muss auch der Markt gesteuert werden, damit er funktioniert“, sagt Eurex-Vorstandsmitglied Randolf Roth, in dessen Bereich Market Design & Delivery seit gut einem Jahr auch die Abteilung Trading Operations gehört. Das Team, das unter Frank Hoba für die Marktsteuerung zuständig ist, nennt Randolf Roth deshalb auch die Piloten der Märkte.

Morgens öffnen sie den Markt und betreuen ihn dann in mehreren Schichten insgesamt 23 Stunden lang bis Marktschluss. Das Team überwacht die Handelssysteme, ist erste Anlaufstelle bei handelsspezifischen Fragen der Marktteilnehmer und stellt Abrechnungspreise für die rund 2.650 Produkte der Eurex.

Dicht dran am Markt

Im 15. Stock von The Cube sitzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Marktsteuerung vor sechs oder sieben Bildschirmen, um alle Handels- und Pricing-Systeme im Blick zu behalten. Gleichzeitig telefonieren sie mit Kunden, wenn diese Fragen oder Schwierigkeiten haben.

Die Nähe zum Markt spürt man – und aktuelle Entwicklungen und Ereignisse haben direkten Einfluss auf den Arbeitsalltag. Christina Richard, die seit fast 30 Jahren dabei ist, sagt: „Ich habe ein paar schlimme Tage erlebt: den 11. September, Lehman Brothers, Brexit und Trump.“ Sie erinnert sich, wie nach dem unerwarteten Ausgang des Brexit-Referendums pausenlos die Telefone geklingelt haben: „Die Händler waren extrem nervös. Viele haben am Telefon gefragt, ob wir wirklich aufmachen, weil sie Angst vor den Marktentwicklungen hatten. An solchen Tagen wird einem die Verantwortung, die man trägt, besonders bewusst.“

„Brückenbauer“ Marktsteuerung

Auch wenn es mal technische Probleme gibt, glühen die Leitungen, erklärt Emanuel Worst, der nach seiner Promotion in Physik vor drei Jahren bei der Eurex einstieg: „Während die IT für die Lösung des Problems zuständig ist, bündeln wir Informationen, benachrichtigen Kooperationspartner und sind das Sprachrohr zum Markt.“
Als Schnittstelle ist das Team deshalb auch in viele Projekte eingebunden. „Obwohl wir zum Teil Generalisten sein müssen, um in allen Schichten arbeiten zu können, können wir uns durch die Projekte spezialisieren“, sagt Emanuel Worst. Das reizt auch seine Kollegin Henna-Riikka Isometsä: „So kann man selbst den Fokus auf bestimmte Themen legen, je nachdem, welche Interessen man hat.“ Sie selbst kam vor sechs Jahren von der Helsinki-Börse zur Eurex und betreut heute die Zusammenarbeit mit Partner-Börsen.

Crew love is true love

Auch außerhalb der eigentlichen Arbeit stellt sich der gesamte Market Design & Delivery-Bereich gerne neuen Herausforderungen – und lässt bei aller Verantwortung den Spaß nicht zu kurz kommen. „Im Sommer gehen wir zusammen laufen, zum Teamworkshop fahren wir traditionell mit dem Fahrrad und wir sind immer beim Deutsche Börse Group Cup dabei“, sagt Christina Richard. Erst Ende Oktober ging das Department beim Frankfurt Marathon mit einem Frauen- und zwei Männerteams an den Start. Zusätzlich war Emanuel Worst als Einzelläufer eingeplant, der verletzungsbedingt jedoch kurzfristig ausfiel. Im nächsten Jahr wollen sie alle wieder dabei sein, so viel ist jetzt schon klar.

Und wenn es Geburtstage, Nachwuchs oder eine Beförderung zu feiern gibt, veranstaltet das Team gemeinsame Frühstücke. Man will bei all dem Sport ja nicht vom Fleisch fallen.

Auf den Zusammenhalt des Teams ist auch bei hohem Arbeitsaufkommen oder auftretenden Schwierigkeiten immer Verlass. „Wir haben viele Aufgaben, die wir gemeinsam angehen, und vor allem Probleme lösen wir immer als Team“, sagt Henna-Riikka Isometsä. Dafür sei es wichtig, bei Schwierigkeiten rechtzeitig Bescheid zu geben, betont Christina Richard: „Dann erhält man aber auch immer Hilfe. Ich nenne das gerne Rudelbildung.“

Mit der richtigen Crew fliegt es sich einfach leichter.
 

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