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Susan Meiselas mit dem „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019“ ausgezeichnet

Datum: 17. Mai 2019 | Deutsche Börse Photography Foundation

Susan Meiselas mit dem „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019“ ausgezeichnet


Der Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019 ist am Donnerstagabend, 16. Mai 2019, in der Photographers’ Gallery in London an die Künstlerin Susan Meiselas verliehen worden. Die renommierte und mit 30.000 britischen Pfund dotierte Auszeichnung wurde Meiselas für ihre erste europäische Retrospektive Mediations verliehen, die 2018 im Jeu de Paume in Paris gezeigt wurde.

Susan Meiselas gilt als eine der weltweit führenden Dokumentarfotografinnen. Erstmals bekannt wurde sie für ihre Arbeiten, die zwischen 1978 und 1983 in den Konfliktzonen Zentralamerikas entstanden sind; besonders eindringlich sind ihre Fotografien, die die Revolution in Nicaragua dokumentieren. Meiselas‘ Ansatz ist einfühlsam, sie arbeitet mit ihren Sujets oft über einen längeren Zeitraum. Ihre Motive umfassen eine Vielzahl herausfordernder Themen rund um ethnische und religiöse Konflikte, Menschenrechte und die Sex-Industrie. Mediations ist die umfassendste Retrospektive von Meiselas’ Arbeit in Europa, bei der Fotoserien aus den 1970er-Jahren bis zur Gegenwart zu sehen sind. Die Ausstellung zeigt ihren einzigartigen Ansatz als Künstlerin, die kontinuierlich die Bedeutung des Bildes in Bezug auf den Kontext hinterfragt, in dem es erscheint.

Die Preisträgerin wurde von der Jury für den Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019 ausgewählt, die sich zusammensetzt aus: Sunil Gupta, Künstler, Schriftsteller und Kurator; Diane Dufour, Direktorin des Le Bal, Paris; Felix Hoffmann, Hauptkurator der C/O Berlin; Anne-Marie Beckmann, Direktorin, Deutsche Börse Photography Foundation, Frankfurt. Brett Rogers, Direktorin, The Photographersˈ Gallery, London ist weiterhin Jury-Vorsitzende ohne Stimmrecht.

Brett Rogers, Direktorin, The Photographers’ Gallery, sagte: “Susan Meiselas konsequenter Umgang mit dem Medium hat eine neue und wichtige Form der sozial engagierten Fotografie hervorgebracht. Sie ist geprägt von ihrem persönlichen Einsatz, der sich in ihrer Dokumentation von individuellen und historischen Ereignissen sowie von gesellschaftlichen Gruppen widerspiegelt. Meiselas Herangehensweise zeichnet sich durch eine nachhaltige und langfristige Beziehung zu den Menschen und ihren Lebensrealitäten aus, und dies ist heute relevanter denn je.“

Anne-Marie Beckmann, Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation, sagte: „Wir gratulieren Susan Meiselas, der Gewinnerin des Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2019. Ihre vielfältige und hochaktuelle Arbeit zeigt ihr großes Engagement für das Medium Fotografie. Damit verdeutlicht sie auch, welche Verantwortung Fotografen für die Themen tragen, die sie verbildlichen. Wir freuen uns sehr, die Ausstellung in diesem Sommer in unseren Räumlichkeiten zu präsentieren. Sie wird in diesem Jahr als Teil des besonderen Jubiläumsprogramms zum 20-jährigen Bestehen der Art Collection Deutsche Börse gezeigt.“

Die Arbeiten der diesjährigen vier Finalisten Laia Abril, Susan Meiselas, Arwed Messmer und Mark Ruwedel sind noch bis 2. Juni in der Photographers‘ Gallery in London zu sehen. Anschließend wird die Ausstellung vom 14. Juni bis 23. August 2019 in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse, The Cube, in Eschborn/Frankfurt gezeigt.

Mit unterschiedlichen fotografischen Ansätzen und Bildsprachen erforschen alle Arbeiten der vier Finalisten eine Vielfalt an aktuellen Themen. Ihre Projekte befassen sich mit politischen und genderbezogenen Debatten, ebenso wie mit sozialer Ungerechtigkeit und Menschenrechtsfragen. Dabei reichen ihre künstlerischen Strategien von konzeptionellen Ansätzen bis zur eigenen Bildproduktion. Die diesjährigen Projekte spiegeln die experimentellen Möglichkeiten der Fotografie wider. Sie zeigen die zugrunde liegende Dokumentation und Forschung und verweisen darauf, wie Bilder ihre Bedeutung und Identität entsprechend ihrer Präsentation verändern können.

Die jährliche Auszeichnung wurde 1996 von der Londoner Photographers' Gallery ins Leben gerufen und wird gemeinsam mit der Deutsche Börse Photography Foundation vergeben. Der mit 30.000 britischen Pfund dotierte Preis wird an einen lebenden Fotokünstler beliebiger Nationalität vergeben, der im Zeitraum vom 1. Oktober 2017 bis 30. September 2018 in Form einer Ausstellung oder Publikation in Europa einen bedeutenden Beitrag zum Medium Fotografie geleistet hat.

Über die Deutsche Börse Photography Foundation
Die Deutsche Börse Photography Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Schwerpunkte der Stiftungsaktivitäten sind Sammeln, Ausstellen und Fördern von zeitgenössischer Fotografie. Im Jahr 1999 hat die Gruppe Deutsche Börse mit dem Aufbau ihrer Sammlung zeitgenössischer Fotografie begonnen. Der weitere Ausbau der Art Collection Deutsche Börse, die aktuell rund 1.800 Arbeiten von 126 internationalen Künstlern umfasst, gehört zu den zentralen Aufgaben der Stiftung. Die Sammlung und ein wechselndes Ausstellungsprogramm sind öffentlich zugänglich. Gemeinsam mit der Photographers’ Gallery in London vergibt die Foundation jährlich den renommierten Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Die Förderung von jungen Künstlern ist der Stiftung ein besonderes Anliegen. Sie unterstützt diese in Form von Auszeichnungen, Stipendien, Ausstellungen und Kooperationen mit anderen Institutionen, wie dem Foam Talents Programm des Foam Fotografiemuseum Amsterdam. Weitere Schwerpunkte sind die Unterstützung von Ausstellungsprojekten internationaler Museen und Institutionen sowie der Ausbau von Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch über das Medium.

Geschichte des Deutsche Börse Photography Foundation Prize
Der Photography Prize wurde 1996 von der Photographersˈ Gallery ins Leben gerufen und gilt als einer der renommiertesten internationalen Kunstpreise, der im Laufe der Jahre vielen Fotografen den Weg zu einer großen Karriere geebnet hat. Bis zum Beginn der Zusammenarbeit zwischen der Photographers' Gallery und der Gruppe Deutsche Börse als Titelsponsor im Jahr 2005 war der Preis noch unter dem Namen Citigroup Photography Prize bekannt. Seit 2016 wird der Preis unter dem Namen Deutsche Börse Photography Foundation Prize vergeben, die gemeinnützige Stiftung widmet sich der Sammlung, Ausstellung und Förderung zeitgenössischer Fotografie. Gewinner des Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018 war Luke Willis Thompson für sein filmisches Portrait autoportrait. Weitere ehemalige Gewinner sind Trevor Paglen, Paul Graham, Juergen Teller, Rineke Dijkstra, Richard Billingham, John Stezaker und Adam Broomberg & Oliver Chanarin.

The Photographers' Gallery
Die Photographers' Gallery eröffnete 1971 in der Great Newport Street in London als erste unabhängige Galerie mit Schwerpunkt Fotografie im Vereinigten Königreich. In dieser ersten öffentlichen Galerie des Landes wurden seither viele namhafte Künstler der internationalen Fotografie ausgestellt, darunter Juergen Teller, Robert Capa, Sebastião Salgado und Andreas Gursky. Die Galerie hat wesentlich dazu beigetragen, zeitgenössische britische Fotografen wie Martin Parr und Corinne Day bekannt zu machen. Im Jahr 2009 zog die Galerie in die 16-18 Ramillies Street in Soho um und bewältigte damit den ersten Schritt in ihrem Plan, ein Zuhause für die Fotografie des 21. Jahrhunderts zu schaffen. In den letzten vier Jahrzehnten hat der Erfolg der Photographers' Gallery dazu beigetragen, Fotografie als eine anerkannte Form der Kunst zu etablieren, neues Publikum für die Fotografie zu gewinnen und ihr einen festen Platz im Zentrum der visuellen Kunst zu verschaffen.